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Woche 8: Wesensbeobachtung


Wir leben nun seit 8 Wochen mit den Welpen zusammen und beobachten intensiv ihre Entwicklung, die - wie bei Kindern auch - meist schubweise abläuft. Die vifsten werden zum unscheinbaren Welpen und danach wieder zum frechsten. Diejenigen, die als erste alles erforschen und über die andern drüber fahren bekommen vielleicht mal einen kleinen Dämpfer, entwickeln sich mehr im Hintergrund und werden dann pötzlich wieder ganz mutig.

Ab der 5./6. Lebenswoche können erste Wesenszüge erahnt werden, ab der 8. Woche mehren sich dann bereits die Tendenzen zu bestimmten Wesensausprägungen sowie zum Erfolg unserer Sozialisierungsunterstützung.

In der Schweiz dürfen Samojedenwelpen frühestens nach der 10. Lebenswoche abgegeben werden. Früher wäre es - zumindest für uns - gar nicht begründbar, den vom Wesen her möglichst idealen Welpen entsprechend der zukünftigen Bestimmung zuteilen zu können. Welcher Welpe zum Bergwanderer und welcher zum Spitzenmusher kommt, welcher als Einzelhund gehalten, welcher in ein Rudel integriert wird, sind für uns zu berücksichtigende Unterschiede. Dies ist auch der Grund, weshalb wir noch keine definitive Welpenzuteilung bekannt gegeben haben (auch wenn wir die tendenzielle Zuteilung schon im Kopf haben).

Nachdem die Welpen als Rudel und mit der Mutterhündin Taikka Betriebsausflüge kennen gelernt haben, wollen wir das Verhalten, das Selbstbewusstsein und der Umgang mit neuen Situationen austesten und beobachten. Hierfür sind wir jeweils mit zwei Welpen, ohne Taikka, auf einen kleinen Ausflug gegangen.


Verhalten gegenüber Neuem und Unbekanntem:

Die Welpen bekommen erstmals ein Führungsgeschirr angezogen und lernen eine Leine kennen. Wir tragen Sie über die Strasse und setzen Sie am Boden ab. In den ersten Minuten erleben sie drei neue Situationen:
- Springen mit Widerstand (Leine)
- Autos fahren an der Strasse vorbei, kannten sie bisher nur als Geräusch von der Ferne
- Überqueren des Kanals und der Sernf (sichtbarer Wasserfluss und starke Bachgeräusche mit Blick in die Tiefe)



Erstes Beobachten des Leinenverhaltens:

Wie reagiert der Welpe auf Geschirr und Leine. Laufen sie voraus, anfänglich mit dem Fotograf vorne weg. Wechseln sich die Welpen dabei ab, d.h. geht jeder mal voran usw.



Entdeckerdrang/Neugier und Selbständigkeit:

Nachdem wir auf den alten Wanderweg eingebogen sind, lassen wir sie von der Leine. Der Weg ist ideal, leichte Kurven mit kleinen Gräben, hohem Gras/Dickicht etc.

Wie verhalten sie sich in fremdem Gelände ohne Muttertier. Orientieren sie sich nun an uns oder gehen sie selbständig weg und erforschen die Umgebung. Spielen und rennen sie unbekümmert oder sind sie unsicher? Gehen sie auch einzeln oder hängt sich immer eines dem andern an?



Aufmerksamkeit/Kontakt und Abrufen:

Wenn wir die Wepen in den Auslauf oder nachts ins Welpenzimmer rennen lassen oder auch um sie bei Spielen zu uns zu locken verwenden wir immer den gleichen Ruf. Funktioniert dieses "Abrufen" auch unterwegs? Kommen die Welpen auf Zurufen zu uns zurück - natürlich mit der Bestätigung einer besonders feinen Belohnung...
Hören sie nur auf uns, wenn sie gerade "nichts anderes zu tun haben", oder sind sie auch im Spiel und beim Entdecken aufmerksam?



Holzarbeiten:

Zufälligerweise war beim 2. Spaziergang unser Nachbar mit dem grosse Spaltkeil am arbeiten - was doch einen grossen Krach verursacht. Wohl nicht jeder Welpe wird bei diesem Lärm gleich reagieren. Unser beiden fanden es einfach spannend und haben den Arbeiten interessiert zugeschaut.



Zugverhalten:

Für uns hat das Verhalten im Geschirr/an der Leine für die Beurteilung einen hohen Stellenwert. Auf dem Rückweg ging's darum, zu beobachten, ob die Welpen alleine voran gehen und auch ob sie sich in die Leine hängen. Wichtig, dass sie auch dann voraus gehen, wenn keine Lockperson (bspw. Fotograf) vorne ist oder auch einzeln, d.h. nicht nur als Mini-Rudel zu zweit.
Wie ist das Verhalten, wenn sie an der Leine zurück gehalten werden und nicht losspringen können.



Allgemein

Diese Testspaziergänge dauern maximal 15 - 20 Minuten, in welchen sich neue Situationen, Spiel/austoben und auch ruhigere Phasen abwechseln. Wichtig ist, dass die Welpen nie überfordert werden, weder mit den für sie neuen Situationen noch von der zeitlichen Länge, d.h. dass sie alles neugierig, offen und positiv aufnehmen und erleben können. Für jeden Welpen machen wir uns Notizen zu Verhalten und Auffälligkeiten.

Hier noch ein paar allgemeine Bilder dieser kleinen Betriebsausflüge:


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